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Reparaturen an elektronischen Uhren sind naturgemäß schwieriger als bei den mechanischen Pendants und benötigen entsprechendes Equipment und spezifisches Know-how. Daher sind Reparaturen auch nur bei hochwertigen Elektronikuhren oder Uhren mit hohem persönlichen Wert rentabel.

Vermutlich ist der größte Teil der frühen Batterieuhren inzwischen defekt. Dies hat damit zu tun, daß die Batterien nach ihrer Entladung oft nicht aus der Uhr entfernt wurden und über die Jahre das Innenleben durch ausgelaufene Batteriesäure zerstört wurde. Hier ist nur noch ein Austausch des Module möglich. Erfolgt die Lagerung ohne Batterien, ist kaum zu befürchten, daß die Uhren Schaden nehmen.

 

 

Sollten Sie sich für diese Uhren interessieren, achten Sie beim Kauf auf eine einwandfreie Funktionsweise. Bei Hinweisen wie "keine passende Batterie zur Hand", "hat beim letzten Mal noch funktioniert" oder "ungetestet" können Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß die Uhr defekt ist. Speziell bei den frühen Digitaluhren weiß jeder Verkäufer um den Wert einer funktionierenden Uhr und die benötigten Batterien gibt es an jeder Ecke für wenig Geld. Sie können also sicher sein, daß die Uhr bereits getestet wurde, aber leider inzwischen defekt ist.

Ich selbst habe mich auf die Reparatur dieser frühen Quartzuhren spezialisiert. Mit den heutigen Reparaturtechniken ist eine erfolgreiche Reaktivierung oftmals möglich. Durch die einfache Verkaufsmöglichkeit von irreparabel defekten Uhren über Internetauktionen, ist die Erfolgsaussicht bei Uhren diesen Ursprungs oft geringer. Ich habe schon mehrmals Reparaturanfragen für ein und dieselbe (irreparable) Digitaluhr bekommen, die immer wieder über Ebay weiterverkauft worden war.

Entscheidend bei einer Reparatur ist es, den Wert der Uhr zu erhalten. Dies ist nur durch Instandsetzung des Originalmoduls oder durch Austausch mit einem Originalmodul möglich. In letzter Zeit werden oft die teuren Module durch nachgebastelte Electronicteile getauscht. Hierdurch kann die Uhr zwar verwendet werden, als Sammleruhr ist sie jedoch wertlos. Ich selbst führe nur Originalreparaturen durch. Dazu besitze ich große Mengen an alten Ersatzteilen der jeweiligen Hersteller.

Einige Reparaturen können auch von geschickten Bastlern durchgeführt werden. Ich habe hier beispielhaft den Austausch der Akkus einer Synchronar von der Firma Ragen schrittweise beschrieben.

 

Sollten Sie nicht genau wissen, welche Batterie für Ihre Uhr geeignet ist, schauen Sie bitte hier in dem Batterieführer nach. Der Großteil aller in der 70iger Jahren gefertigten Uhren ist hier zu finden.

 

Austausch der Akkus bei der Synchronar

Obwohl diese Uhr Mitte der 70er Jahre vollmundig als die Uhr für das nächste Jahrtausend angepriesen wurde (und der Kalender war bereits bis 2099 vorprogrammiert), hat keine dieser Uhren das besagte Jahrtausend funktionsfähig erreicht. Meist waren sie bereits nach wenigen Jahren nicht mehr benutzbar. Grund dafür waren die damals verwendeten aufladbaren NiCd Batterien, die naturgemäß nach einiger Zeit an Leistung verloren haben, bis sie letztendlich ganz den Dienst versagten. Unglücklicherweise war das Gehäuse verschweißt, so daß kein planmäßiger Austausch dieser Energiezellen möglich war. Da diese Uhr aus uhrenhistorischen Gründen sammelwürdig ist, lohnt sich eine Reparatur dieses Stücks.

 

Nach Öffnen des Gehäuses ist der Aufbau des Moduls gut sichtbar. Alle Komponenten sind mit weichem Silikon ver-gossen. Obenauf liegen die beiden alten NiCd Zellen. In den ersten Modellen wurden deutsche Varta Akkus mit 1,2V/50mAh verwendet. Die beiden Akkus sind in Reihe verschaltet. Das schwarze Anschlußkabel ist mit dem Minuspol, das rote mit dem Pluspol verbunden. Nun werden die beiden Batterien aus dem weichen Vergußmaterial freigelegt und nach Trennen der Anschlußkabel entfernt. Jetzt sollte man die Funktionsfähigkeit des Moduls überprüfen. Dazu benötigt man nur eine 3V Quelle, die man mit den Kabeln verbindet. Mittels Magnet können nun die Funktionen der Uhr abgerufen werden. Falls das Modul bereits zusätzlich geschädigt ist, muß vor Ersatz der aufladbaren Batterien das Modul repariert werden.

   
Heute gibt es verschiedene Hersteller kleiner NiCd Akkus. Als geeignet haben sich die 1,2V Zellen der Firma Emmerich mit 42mAh erwiesen. Die Leistung ist etwas geringer als die der Originalzellen, was sich aber im täglichen Gebrauch nicht auswirkt. Der Vorteil ist, daß diese Zellen etwas kleiner sind und sich problem-loser im Gehäuse unterbringen lassen. Die Anschlußfahnen müssen auf jeden Fall punktgeschweißt werden und dürfen nicht an die Zellen angelötet werden (beim Löten werden die Akkus soweit geschädigt, daß die Lebenserwar-tung deutlich abnimmt).
   

Wichtig ist es, vorhandene Korrosionsspuren an den Bauteilen zu entfernen. Oft sind durch ausgelaufene Batteriesäure die unteren Anschlüsse des LED Displays korrodiert. Sollte dies der Fall sein, das Silikon dort entfernen und die Korrosionspuren beseitigen. Das komplette Entfernen des alten Silikons ist nicht erforderlich, da ausgelaufenen Batteriesäure Silikon nicht durchdringt und sich nur in den Rissen und Spalten des Materials ausbreitet. Die beiden Anschlußkabel an den Fahnen anlöten, wobei auf die richtige Polung zu achten ist. Außerdem ist unter allen Umständen zu vermeiden, daß sich die Zellen durch Abbiegen der Lötfahnen kurzschließen. Um dies zu verhindern, Tesastreifen zur Isolierung anbringen.

   
Die neuen Akkus mit fließfähigem, säurefreiem Silikon vergießen und aushärten lassen. Bevor das Gehäuse verschlossen wird, wird dringend eine Überprüfung der Uhr empfohlen. Dazu kann der Rückdeckel mit Tesa fixiert und das Gehäuse wieder remontiert werden. Sollten sich hierbei Störungen zeigen, wie Vor- oder Nachlauf oder Nichtansprechen eines Reedschalters, so ist das Modul weitergehend zu reparieren. Bei geringem Fehlgang läßt sich die Ganggenauigkeit über den Trimmer justieren. Arbeiten alle Funktionen einwandfrei, kann das Gehäuse verschlossen werden.
   

Zum Verschließen wird das gesamte Modul mit dem fließfähi-gem, säurefreiem Silikon aufgefüllt und die Bodenplatte aufgedrückt. Das dabei auslaufende flüssige Silikon kann nach dem Aushärten problemlos entfernt werden. Die beiden Gehäuseteile zum Aushärten mit Klammern fixieren. Dies dauert mehrere Tage bis Wochen, da das Silikon bei mangelnder Luftzufuhr nur sehr langsam durchhärtet. Der Vorteil ist, daß das Modul nach dieser Prozedur wieder wasserdicht ist und sich trotzdem später bei Bedarf problemlos öffnen läßt. Alternativ kann der Rückdeckel mit einem Kunststoffkleber fest verklebt werden.

 

 

Die Zeiteinstellung beim Mark I Modul erfolgt über den hinteren Reedschalter. Die Einstellvorschrift ist hier zu finden. Allerdings läßt sich bei diesem Modul der Monat und das Schaltjahr nicht einfach einstellen. Hierzu muß die Uhr jeweils auf den letzten Tag des Monats auf 23:59 vorgestellt werden. Beim Durchlaufen der 24:00 Uhrzeit wechselt der Monat auf den nächsten. Dies ist solange zu wiederholen, bis Schaltjahr und Monat stimmen.

Ich habe meine erste Synchronar im Dezember 2003 reaktiviert. Trotz fast täglichen Gebrauchs läuft sie seitdem störungsfrei.

 

 

Reparatur von Heuer Chronosplit Digitaluhren und anderen Quartzuhren

 

Speziell bei der Reparatur von frühen Digitaluhren ist es oft notwendig, die Bodierungen, also die hauchdünnen Verbindungen zwischen dem IC und der Platine, zu erneuern. Diese können z.B. durch mechanische Beschädigungen oder durch Korrosion beschädigt worden sein. Dazu sind allerdings aufwendige Gerätschaften, wie ein manueller Wire Bonder notwendig, der mit Ultraschall neue Bondierungen herstellt. Dies benötigt allerdings eine ganze Menge an Erfahrung! Sollten Sie Hilfe in dieser Richtung benötigen, sagen Sie einfach Bescheid.